Jagdbild
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Hubertusjagd hinter der Meute

Reitjagden hinter einer Meute gehören heute zur Tradition und Pflege des jagdlichen Brauchtums mit pädagogischen und sozialen Werten, ohne die solche jagdlichen Veranstaltungen heute nicht mehr durchführbar sind. Es wird heute bei Meute- und Fuchsjagden nicht mehr auf lebendes Wild gejagt. In Deutschland ist das Jagen (Hetzjagd) auf lebendes Wild seit 1848 nicht mehr erlaubt. Pferde, Hunde, Reiter und Jagdhornbläser prägen unsere heutige Jagd. Die aktiven Teilnehmer an einer Hubertusjagd haben durch ständiges Geländetraining sowie der Teilnahme an etlichen Jagden vorher, ihre Pferde und die Meute in Form gebracht. Gleiches gilt für die Jagdhornbläser, die ausnahmslos mit Naturhörnern die Jagdleitsignale, Fanfaren und Jagdmusiken vortragen.

Die Jagd mit der Meute "Schleppjagd" genannt, wird hinter einer vorher gelegten Schleppe - auf der die Hunde jagen - geritten. Diese vom Schleppenleger vorher ausgebrachte Spur darf nicht von Menschen überlaufen werden, da sonst die einmal gelegte "Spur", auf der die Hunde laufen sollen, verändert wird und die Hunde dann von ihrem Ziel ablenkt sind.

Um einen geregelten Ablauf zu sichern ist es auch nicht ratsam eigene Hunde zur Jagd mitzubringen. Die Meutehunde sehen diese Tiere oftmals als Ziel ihrer Jagd und verbeißen fremde Hunde. Außerdem werden sie von ihrer eigentlichen Aufgabe, dem Ziel der Jagd, abgehalten.

Um den Besuchern dieser Veranstaltungen den Ablauf verständlich zu machen, hier nun eine kleine Vorinformation:

An der Meldestelle tragen sich die Teilnehmer (Reiter und Meuteführer) ins Jagdbuch ein. Danach finden sie sich zum Stelldichein auf dem Abreitplatz ein und bereiten ihre Pferde auf die Jagd vor. Zur nun beginnenden offiziellen Jagd stellen sich die Reiter im Halbkreis auf und erwarten die Meute mit Equipage. Nach der Begrüßung durch den/die Jagdherrn/in und der Einteilung der Felder (springendes und nichtspringendes Feld) erfolgt der Abritt zur Jagd. Damit alle Teilnehmer ständig über den Jagdablauf informiert sind, tragen die Bläser Jagdleitsignale vor, die nachfolgend aufgeführt werden. Die Jagdhornbläser nehmen wenn möglich mit zwei Gruppen an dieser Jagd teil. Die erste Gruppe bläst das Naturhorn in der Stimmung B, die zweite in der Stimmung Es. Geblasen wird im Wechsel, jedoch sind die Leitsignale zum Jagdablauf in beiden Stimmungen spielbar und bei dieser Jagd oftmals mit Echoeffekt zu hören.

Presse, Besucher, Helfer der Jagd sowie Teilnehmer am Jagdgeschehen orientieren sich - wenngleich nicht immer sichtbar - am musikalischen Vortrag der Bläser wie folgt:

Jagdleitsignale

  1. Jagderöffnung (Stelldichein):

  2. Reveille (Wecken der Reiter / Einstimmung zur Jagd)
  3. Ruf der Equipage/Hunderuf (Ruf der Meute und Begleitung)
  4. Aufsitzen (Reiter auf die Pferde)
  5. Sammeln (Alle Reiter aufstellen zur Begrüßung)
  6. Begrüßung (Begrüßung aller Jagdteilnehmer)

    Jagdbeginn:

  7. Aufbruch zur Jagd (Abritt vom Sammelplatz zum Anritt)
  8. Anjagd-Signal (Aufbruch der Reiter zur Jagd auf der Schleppe)
  9. Aufnehmen der Fährte (Teilnehmer auf die Schleppe)

    Auf der Strecke:

  10. Gute Jagd (Hunde, Pferde u. Reiter "Horrido")
  11. Aufmunterung zum Jagen (Aufmunterung der Felder an den Sprüngen)
  12. Wenn das Wild zu Wasser ... (Das Wild ist gestellt)
  13. Steh-Fanfare (Das Wild ist erlegt)

    Ende der Jagd:

  14. Halali (Ende der Jagd)
  15. Absitzen (Alle Reiter steigen vom Pferd)
  16. Hundefanfare (Ruf der Hunde nach der Jagd)
  17. Curee (Pansen für die Meute, Reiter zieht die Kappen)
  18. Jagd vorbei - Halali (Ende der gerittenen Jagd)
  19. Bruchverteilung (Verteilung der Brüche an die Jagdteilnehmer)
  20. Verabschiedung der Master (Abzug der Meute mit Master)
  21. Hubertusfanfare/-marsch (Ende und Ausklang der Jagd)

Beim Bügelstrunk (Stopp) spielen die Bläser Jagdmusiken aus ihrem Repertoire. Ebenso nach der Jagd zum Jagdausklang. Die mitwirkenden Naturhornbläser gehören auch teilweise dem Bundesverband der reiterlichen Jagdhornbläsergilde in der Landesgruppe Hessen an. Sie kommen aus verschiede­nen Bläsergruppen und tragen deshalb auch unterschiedliche Reitbekleidung. Sie werden vertreten durch den Organisationsleiter der Naturhornbläser Manfred Lommatzsch, dem auch die musikalische Gestaltung dieser Jagd obliegt.

Nach Beendigung der Hubertusjagd wird - wenn es der Veranstalter eingeplant hat - zum feierlichen "Großen Zapfenstreich in Kavalleriefassung" eingeladen. Diese Aufführung mit Naturhorn, Pauken und Trompeten wird von dem Dirigenten der Naturhornbläser Hessen, Wolfgang Seidemann, geführt, der auch den Notensatz des Zapfenstreiches in Kavalleriefassung bearbeitet hat. Dieser Zapfenstreich ist ein würdiger Abschluss der Hubertusjagd und gehört deshalb als feierliches Relikt zum Höhepunkt des Jagdtages.